Hirntot: Metapher für den Zustand unseres Bewusstseins?

Benita Batliner, 19.11.2018

Wir leben unsere Leben nach Vorgaben anderer, erfüllen Erwartungen anderer, fügen uns in Systeme, die andere sich für uns ausgedacht haben und denken Gedanken, die andere vordenken. Wir nennen es nachdenken. Solange wir nach-denken, ist alles im grünen Bereich. Nur selber denken sollen wir nicht. Wir haben es auch schon beinahe verlernt.

Sind unsere Hirne schon so tot, dass wir beinahe alles mit uns machen lassen? Sind wir so leicht zu verführen, weil wir meist nur das wiederkäuen, was andere uns vorgekaut haben? Wir lassen uns genau dort um den Finger wickeln, wo wir am verletzlichsten sind. In unserem Mitgefühl. Eine herzzerreissende Story, ein armes krankes Kind und schon rennen wir wie Schafe den Propagandahirten hinterher? Hirntot müssen Menschen sein, bevor ihnen Organe entnommen werden dürfen. Da wir von den Gesetzesmachern offenbar dafür gehalten werden, können wir ja auch alle unsere Organe hergeben. Wieso auch nicht? Was zählt schon ein Menschenleben in einer Welt des Kollektivismus?

Die Frage ist doch nicht, ob es richtig oder falsch ist, seine Organe zu spenden. Die Frage ist, ob wir uns als menschliche Wesen aus Körper, Geist und Seele, mit Herz und Gefühl und Verstand sehen oder als eine biologische Masse, die sich zufälligerweise im Laufe der Zeit zur Form eines menschlichen Körpers  zusammen-evolutioniert hat.

Im ersten Fall ist die Würde des Menschen nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich unantastbar. Er erfährt sich als Einheit der drei Teile und bezieht sie alle in seine Entscheidungen mit ein. Er findet Antworten und Ursachen in allen drei Bereichen und lässt sich von der Liebe leiten anstatt von der Angst.

Wenn wir uns auf unseren Körper reduzieren lassen, sind wir nichts weiter als Roboter aus Biomasse mit Ersatzteilen, die beliebig austauschbar sind. Nutzmenschen. Roboter werden von anderen programmiert und sind demzufolge nicht verantwortlich für sich selbst und ihr Tun. 

Zu provokativ? Zu extrem? Davon, dass den angeblich bereits Toten, welchen ein Organ entnommen werden soll, vorher eine Vollnarkose gegeben wird, damit sie nicht vor Schmerzen schreien, war noch nicht einmal die Rede. Auch nicht davon, dass ein Mensch mit fremdem Organ ein Leben lang starke Immunsuppressiva einnehmen muss, damit er überleben kann. Warum wohl? Auch nicht von anderen schrecklichen Dingen, die man so hört. Alles nur Hirngespinste von toten Hirnen? Vielleicht. Verschwörungstheorien? Möglich. Oder ist das nur ein bequemes Wort, um Menschen vom selber Denken abzuhalten?

2  Kommentare

  • Monika Hengartner
    20.11.2018 21:56 Uhr

    Liebe Benita

    Uns von der Liebe leiten lassen anstatt von der Angst. Ja, genau darum geht es.

    Selber denken, sich mutig aus verschiedenen Quellen informieren und in besinnlicher Ruhe reiflich überlegen, was da (Lebens-)Sinn macht und sich aus vielen Blickrichtungen stimmig anfühlt... all das geht nur, wenn die Liebe uns trägt und keine Angst uns hetzt.

    Herzlichen Dank!
    Monika

  • Petra Lienhard
    05.12.2018 12:26 Uhr

    Liebe Benita. Ja, was wissen wir schon, was da alles zwischen Himmel und Erde passiert. Sind die angeblich Toten wirklich tot? Wenn dem so ist, warum dann die Vollnarkose? Für mich ist es nicht erstrebenswert, mich nur auf die Pharmaindustrie zu verlassen und mich mit Medikamenten vollstopfen. Und immer im Hinterkopf den Gedanken, anerkennt mein Körper das fremde Organ, oder entscheidet er: "Das lassen wir lieber!" und erlöst mich von meiner Pein. Ich wünsche dir von Herzen eine besinnlich wohlige Adventszeit. Liebe Grüsse Petra

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