Hash auf englisch heisst Gehacktes oder Haschisch und tag Etikett

Monika Hengartner, 17.01.2018

 Am 15. Oktober 2017 forderte eine amerikanische Schauspielerin dazu auf, den Begriff „me too“ als „Hashtag“ zu verbreiten: „Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, antworte 'Ich auch' auf diesen Tweet.“ Noch am gleichen Tag wurde #MeToo mehr als 200.000 Mal verwendet und auf Facebook  innert 24 Stunden von mehr als 4,7 Millionen Menschen verbreitet. (Wikipedia)

Hash auf englisch heisst Gehacktes oder Haschisch und tag Etikett; zusammen also so etwas wie klein gemacht oder als vernebelt bezeichnet. Ins Deutsche nicht übersetzt geistert dies nun als „das Hashtag“ bei uns herum.

Weltweite Millionen agierten kurz mit dem Finger auf ihrem Taschen-Elektrogerät. Mit ihrem Klick bezeugten sie „me too“, also „mich“ oder auch „ich auch“. Das ist nicht das Gleiche! „Mich“ äussert das Opfer, „ich“ dagegen, wer zu handeln willens ist. Es wäre nicht erstaunlich, sollte diese Wortwahl mit Absicht so irreführend gewählt worden sein. Diesem medialen Aufruf ging ja die ebenso mediale Aufdeckung von sexuellen Übergriffen an vielen Schauspielerinnen von einem Filmproduzenten voraus, und damit dessen Entthronung. Seit ich denken kann gehören Geld, sexuelle Nötigung und Schauspielerei zusammen. In sehr vielen Varianten. Für mich war dieser Tweet eher ein privater Versuch, dem medial bereits Diffamierten noch eins hinterher zu hauen. Und all die Millionen, die für sich selber nicht an die Öffentlichkeit gehen, lassen es die Schauspielerin! an ihrer Stelle tun. Furchtbar!

Ist es unbekannt, dass viele Frauen sexuell und anders, Tiere bestialisch und die Mutter Erde schonungslos missbraucht werden? Wohl kaum. Es ist das alte Denken von Macht und Bedürftigkeit: „Du musst mir das geben, was ich nicht habe aber will...“ Die alte Gewalt-Abwärtsspirale. Wo eine Schuldfrage nichts bringt. Treten wir da aus! Jede und jeder für sich! Mit dem klaren entscheiden. Für das Leben. Sich selber spüren und wertschätzen, lieben. Verständnis bekommen. Es sind schon viele auf diesem Weg. Ich auch!

1  Kommentar

  • Ruth Burkhardt
    18.01.2018 10:38 Uhr

    Liebe Monika, ja, wie du schreibst, jede und jeder für sich einstehen ! Und doch dies kundtun, dass frau/man sich auf diese und jene Art befreit hat oder auf dem Weg ist. Das gibt, glaube ich, den Impuls an die Genötigten und Beschädigten, die zugeschnittenen Lösungen auf dem eigenen Weg zu finden. Frau/man kann nicht einfach etwas adaptieren und erwarten, dass es jetzt funktionieren soll.

    Es braucht unbedingt in dieser elektronischen Welt wieder persönliche Kontakte dazu, um das Gegenüber spüren zu können und seine eigenen Grenzen kennen und akzeptieren zu können. Ich beobachte z.B. dass jelänger jemehr ganze Dörfer richtiggehend aussterben,

    obwohl die Einwohnerzahlen zunehmen. Nirgends sind spontane Treffpunkte auszumachen, z.B. den Dorfladen, Cafe, einen für alle zugänglichen Park (ohne diese künstlichen Turngeräte für die Kinder). Sich treffen in Vereinen deckt nur einen Teil des Kontakts zueinander ab. Sich überall organisieren zu müssen ist lähmend, bis ein passender Termin gefunden wird.

    Es erscheint mir klar, dass es ohne das Gefühl und Gewissheit , Rückhalt zu haben bei Gleichgesinnten und solchen, die einem verstehen und denen frau/man sich anvertrauen und vertrauen kann, richtiggehend Nährboden ist für manch Parasitäres und Krankhaftes, welches einfach sich ausleben kann im Schutze der Anonymität und dem Kommentar: "was händer au...isch doch cool" (Ich finde auch unsere Sprache hat eine Verlotterung mit all diesen amerikanischen Schlag-wörtern. Unserer Sprache und Identät fehlen bald die Worte.) 

    Also, jetzt mache ich Schluss, ich möchte jetzt nach draussen gehen und mich mit meinem Pferd beschäftigen, denn ich bin diesem Wesen verpflichtet, seine Bedürfnis wahrzunehmen und das zu anbieten, was zur Verfügung steht und das Beste gerade ist.

    Stürmisch-regnerisch Grüsse, Ruth Burkhardt

     

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