„Club der Racheengel“ – Kapitel 4 bis 6

Verena Lüthi, 18.04.2017


Kapitel 4

Überfall bei Beatrice

„Endlich“, denkt Beatrice als es klingelt und sie durch das Fenster Charlotte vor der Türe stehen sieht. Nicht, dass der Hund sie gestört hätte, nein, er lag ja die ganze Zeit friedlich unter dem Küchentisch. Nervös ist sie, weil sie weiss, dass Charlotte vorbei kommen wird, um ihren Vierbeiner abzuholen. Wenn sie Zuhause ist, will sie einfach nur ihre Ruhe haben und nicht von anderen Menschen gestört werden. Diese Störung hat sich jetzt Gottseidank rasch erledigt, der Hund übergibt sich praktisch selber an sein Frauchen. Beatrice will sich nach einem kurzen Gruss erleichtert zurückziehen, als sie neben der mit ihrem Tier beschäftigten Charlotte die leicht wankende Judith bemerkt. Etwas blass, mit verweinten Augen scheint diese überhaupt nicht wahr zu nehmen, wo sie sich befindet. „Hei, kannst du uns zwei alte Mädels aufnehmen, kurzfristig nur, bei uns ist alles patschnass! Und dann brauchen wir dringend einen schönen Cognac – falls es bei dir so etwas geben sollte“. Gleichzeitig begrüsst Charlotte Pipo ausgiebig und nimmt ihn zärtlich auf den Arm.

Dies alles passt Beatrice überhaupt nicht. Dennoch weicht sie vom Eingang zurück und lässt die Frauen beinahe widerwillig eintreten.

„Setzt euch auf die Veranda“ fordert sie die Beiden auf und dirigiert sie an der Haustüre vorbei zum Gartensitzplatz. Missmutig räumt sie die Zeitungen auf dem Tisch weg und denkt. „Das hat mir gerade noch gefehlt! Als ob sich heute alles gegen mich verschworen hätte“! Sie mustert nicht ohne kritischen Blick die beiden Frauen.

Charlotte zeigt was sie hat. Die von Russ und Rauch mitgenommenen weissen Leggins konnten ihren Rundungen nichts anhaben. Und auch die etwas zu grell flamingorot gefärbten Haare tanzen unbekümmert kreuz und quer. Der Kontrast könnte nicht grösser sein. Denn an ihrem Arm hängt die komplett aus der Spur geratene Judith, im blassblauen, leichten Leinenröckchen, mit darüber einem griessbreiweissen Baumwollblüschen hängend. Das immerhin doch recht hübsche Gesicht aus dem zwei hellblaue Augen etwas verwundert blicken und von halblangen dünnen blonden Haaren umrahmt ist, verleiht ihrer Erscheinung etwas zerbrechliches. Jedenfalls ist ihr Alter von achtundfünfzig Jahren nicht sofort zu erkennen.

„Ich hole uns etwas zu trinken, leider kann ich Euch keinen Cognac anbieten, hingegen Wasser oder einen Kaffee kann ich euch servieren?“ schlägt Beatrice vor. Allerdings hofft sie, die Frauen würden ablehnen, aber da hat sie sich geirrt.

„Dann in Gottes Namen halt einen Kaffee, auch für sie“ erwidert Charlotte und deutet damit auf Judith, die noch immer etwas verloren und benommen dasteht. Sie setzen sich an den grossen Holztisch auf die bequemen, mit roten und sonnengelben Sitzkissen ausgelegten Gartenstühle. Die Strassenseite der hübschen Veranda ist vollständig von hohen, rosa und weiss blühenden Oleanderbüschen verdeckt. Eine lauschige Ecke, bemerkt Charlotte und erinnert sich an eine versteckte Gartenlaube, wo sie einst vor vielen Jahren einen langen Sommer eine heisse Liebesbeziehung mit einem verheirateten Arbeitskollegen ausgelebt hat. Um nicht ihren alten Geschichten nachzuhängen unterbricht sie ihre Erinnerungen und ruft durchs Küchenfenster „Bea kann ich dich bei dieser ausserordentlichen Herausforderung des Kaffeekochens unterstützen“?

 „Nein, nein, ich komme gleich“, gibt sie zurück. „Kümmere du dich vor allem um Judith und rufe deinem Hund, der hat schon genug gebettelt.“ Beatrice ist verärgert. „Wie kommt Charlotte eigentlich dazu, mich Bea zu nennen?  Seit Urs hat mich niemand mehr so genannt und ich will auch nie mehr so genannt werden“. Zudem unterstellt sie ihr, sie wolle doch nur auskundschaften, wie sie lebt.

Sie quält sich mit Selbstvorwürfen. „Warum nur lasse ich die beiden Frauen in mein Haus? Warum habe ich auch Charlottes Hund mitgenommen? Ich hätte einfach so tun sollen, als ob er mich nichts anginge. Obwohl, das Tier trägt ja wirklich keine Schuld an der ganzen Misere. Also, ich reisse mich jetzt zusammen und spiele brav die mitfühlende Gastgeberin“. Entschlossen stellt sie drei Tassen Kaffee auf ein Tablett, ein Kännchen Milch und Zuckerdose dazu und bringt alles auf die Veranda zu ihren ungebetenen Gästen.

Judith’s Zustand macht nun auch ihr Sorgen. Gemeinsam mit Charlotte versuchen sie Judith in ein Gespräch zu verwickeln, um sie etwas abzulenken.

„Am liebsten würde ich sie wie eine Marionette gehörig schütteln, bis alle Glieder richtig im Lot hängen“ meint Charlotte „Komm Bea, versuch du es mal.“

Langsam wird die Lage grotesk. Da sitzt Judith, hat sich vollkommen in sich zurückgezogen. Reagiert kaum mehr, so dass man versucht sein könnte, einen Arzt rufen zu müssen. Daneben die vorlaute Charlotte, die sich auch noch erdreistet Beatrice Bea zu nennen und zu guter Letzt Beatrice, die nur eines will - die zwei Frauen so schnell wie möglich wieder loswerden. 

Da platzt Beatrice der Kragen: „Charlotte, merk dir das, ich heisse Beatrice, und ich will nie mehr Bea genannt werden. Und überhaupt, das einzige was uns drei verbindet ist der rote Pass“.

„Entschuldige, geht das auch freundlicher?“ empört sich Charlotte. „Auch wenn du meinen Pipo gerettet hast, brauchst du mich nicht abzukanzeln. Ich weiss, dass du kaum warten kannst, bis du uns wieder los bist. Wenn es  bei mir oben nicht wie in einem Saustall aussehen würde, wäre ich nicht hier und sie auch nicht!“ Sie nickt gegen Judith und fährt fort „bei mir wäre sie nämlich willkommen. Sogar dich würde ich in einer solchen Situation nicht hängen lassen. Also komm, sei friedlich“, versucht sie Beatrice zu besänftigen, „wenn bei mir alles wieder in Ordnung ist, lade ich euch zwei als Entschädigung für deine Mühe zum Essen ein.“ 

Eine Einladung! Das fehlt noch, Beatrice will mit ihnen weder essen noch sonst etwas unternehmen. „Doch jetzt müssen wir uns um die angeschlagene Judith kümmern“, wechselt Charlotte gekonnt das Thema.

„Judith komm, trink einen Schluck Kaffee, der weckt wieder deine Lebensgeister, nimmst du Milch, Zucker?“ Beatrice hält ihr das Milchkännchen vor die Nase, doch Judith reagiert gar nicht. „Milch, Zucker?“ fragt sie nochmals, diesmal eine Spur energischer und schüttelt sie leicht am Arm. Verschreckt antwortet Judith „Milch, bitte, nur Milch“. Beatrice giesst etwas Milch in die Tasse. „Hier, trink“ sagt sie energisch und Judith hat keine andere Wahl, als die Tasse in ihre Hände zu nehmen und zu trinken, ansonsten wäre der Kaffee auf ihrer Bluse gelandet.

Kaum hat sie einen Schluck getrunken, weint sie von neuem. Sie stellt die Tasse zitternd auf den Tisch und mit fahrigen Bewegungen streicht sie mit den Händen den Tischläufer glatt, obwohl es an diesem Tischläufer garantiert nichts glatt zu streichen gibt.  Mit der anderen Hand sucht sie fieberhaft nach einem Taschentuch.

Beatrice steht auf, holt ihr ein Tempo und versucht erneut Judith zu beruhigen. „Gibt es in diesem Haus wirklich nicht irgendeinen Schluck Alkohol, der würde ihr jetzt gut tun“ fragt Charlotte energisch. Beatrice überlegt und  meint zögernd: „ich könnte einen Wein aufmachen, aber es ist ja noch nicht mal Mittag!“

„Her damit“ meint Charlotte, „besondere Ereignisse brauchen besondere Massnahmen und wenn das kein besonderes Ereignis ist, weiss ich auch nichts mehr!“. Dieser Argumentation kann sich auch Beatrice nicht entziehen. Sie  verschwindet in die Küche und holt eine Flasche Wein und ein Glas.

„Nein, so geht das nun wirklich nicht“ entrüstet sich Charlotte, „das besondere Ereignis gilt für uns alle, wir machen doch da keine halben Sachen“.

Es ärgert Beatrice, wie Charlotte das Ruder übernimmt, aber irgendwie muss sie ihr doch Recht geben, - sie verhält sich unmöglich. Obwohl sie höchstens ab und zu am Abend ein Glas Wein trinkt, die Flasche deswegen diesen beiden überlassen? Nein, auf keinen Fall.

Also, Flasche aufgemacht und eingeschenkt. Die Frauen versuchen wiederum Judith zu überzeugen, einen kräftigen Schluck Wein zu trinken. Und siehe da, das Schluchzen wird ruhiger und Judith fängt an, ihre Umgebung wahr zu nehmen.

 „Tut mir leid, dass ich euch so Umtriebe mache, ich glaube ich gehe jetzt besser, ich will nicht weiter zur Last fallen“. Sie nimmt ihr Taschentuch und will sich erheben, Charlotte  packt sie am Arm und drückt sie wieder auf den Stuhl.

„Jetzt wart noch eine Weile, bis oben alles geräumt ist, kannst du sowieso nichts machen und es kommt auf ein paar Minuten auch nicht mehr an“ erwidert Beatrice gegen ihre Überzeugung. Charlotte doppelt nach „die Flasche Wein leeren wir, wir können doch Bea nicht mit einer halbleeren Flasche zurück lassen“.

„Beatrice, bitte schön!“ Zischt diese zurück, nimmt aber den Wein und schenkt nach. Wenn sie die Flasche opfern muss, damit die verschwinden, dann kann das ruhig etwas schneller geschehen. Wenn die Flasche leer ist, dann aber nichts wie weg mit euch, schlussfolgert sie in Gedanken.

„Judith, hör auf dich zu entschuldigen und trink“, Beatrice hält ihr das Glas hin und fragt unerwartet mitfühlend: „Warum bringt dich diese Situation so aus der Fassung, es ist zwar wirklich ärgerlich was ihr da auf zu räumen habt, aber es gibt doch Schlimmeres.“

„Ja das stimmt“ gibt ihr Charlotte Recht „hätte die Feuerwehr unsere Häuser nicht geschützt, wären sie vielleicht abgebrannt und da hätten wir wirklich ein Problem gehabt. Eigentlich sollten wir darauf trinken, dass wir so gut weg gekommen sind.“

Judith prostet ihnen mit einem schüchternen Lächeln zu „danke, vielen Dank für eure Hilfe. Entschuldigung, immer wenn ich denke, jetzt geht es mir gut, dann kommt irgendein Unglück auf mich zu, als ob ich für etwas bestraft würde.“

„Meine Güte, was redest du da für einen Unsinn! Was ist dir denn schon Furchtbares passiert!“ unterbricht sie Charlotte genervt. „Du hast zwar deinen Mann verloren, schlimm, ja sicher, Katastrophe, auch ja, aber du konntest dir immerhin ein Haus kaufen und kannst deinen Lebensabend ohne Geldsorgen in Spanien verbringen. Was heisst denn Lebensabend, in deinem Alter arbeiten andere Frauen noch jeden Tag. Wie alt bist du jetzt – achtundfünfzig oder? Also sei doch dankbar und lass dich nicht unterkriegen von einem verwüsteten Garten und von einem Haus, das lediglich einen Wasserschaden abbekommen hat.“  

„Du glaubst ich hätte ein sorgenfreies Leben gehabt? Meine Güte, wenn Du wüsstest, ich glaube, du würdest um nichts in der Welt mit mir tauschen wollen. Es stimmt schon, ich war immer ängstlich und schüchtern. Wollte immer alles allen anderen recht machen, schon als Kind war das so“ antwortet Judith überrascht über Charlotte‘s Einschätzung.

Ihre Gedanken gehen weit zurück in die Zeit, als sie als junge 22jährige Schwesternschülerin auf dem Weg nach Hause im Bus sass.

Kapitel 5

Judiths Abschluss in Stuttgart

Mild war der Sommerabend im August als Judith aus dem Bus stieg. Beschwingt machte sie sich auf den Weg zu ihrem Elternhaus am Stadtrand wo die Gegend ziemlich ländlich ist. Der würzige Duft von frischem Heu kitzelte sie in der Nase und auf den Wiesen neben der Haltestelle grasten friedlich Kühe. Normalerweise übersah Judith die gewohnte Idylle, doch heute prägte sich ihr jede Kleinigkeit ein, es war ja auch ein besonderer Tag. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke kam sie zu dem von der Stadt neu erstellten Kinderspielplatz. Verlassen waren Rutschen, Sandkasten, Schaukeln und Klettergerüste, also setzte sie sich auf eine Bank, legte den Blumenstrauss neben sich und holte das Diplom aus dem Umschlag. Andächtig strich sie mit der Hand über die gerahmte Auszeichnung und sofort schweiften ihre Gedanken ab zur nachmittäglichen Diplomfeier. So wie sie jetzt, musste sich Dornröschen gefühlt haben, als es aus dem Schlaf geküsst wurde. Nur mit einem Märchenprinzen konnte man Dr. Meierhofer, der Chefarzt ihrer Klinik, zwar nicht vergleichen, aber er musterte sie immerhin aufmerksam und – was neu war – anerkennend. Während er ihre Hand schüttelte, lobte er: „Toll haben sie das hingekriegt, Schwester Judith, ich habe gar nicht gewusst, dass sie so gute Noten haben, herzliche Gratulation. Ich hoffe, sie bleiben unserem Schwesternteam erhalten, jetzt wo sie die Ausbildung so erfolgreich abgeschlossen haben. Wir überlassen doch unsere besten Krankenschwestern nicht der Konkurrenz, ha, ha.“ Er überreichte ihr einen üppigen Strauss Sonnenblumen und drückte ihr nochmals, beinahe etwas übertrieben die Hand, während er mit der anderen

väterlich jovial ihren Oberarm tätschelte. Judith errötete. Nein, sie liebte es gar nicht im Mittelpunkt zu stehen. Das war ihr peinlich. Obwohl sie sich riesig über ihren Erfolg und das Stellenangebot freute, kam ihr Dank nur stammelnd und aufgeregt über ihre Lippen.

Erst jetzt, während sie allein auf der Bank sass, überkam sie eine tiefe Freude und voller Stolz sagte sie laut vor sich hin: „Drittbester Notendurchschnitt der ganzen Krankenpflegeschule! Das soll mir doch erst einer nachmachen!“ Es juckte sie, etwas Verrücktes zu tun. Soll ich mich auf die Schaukel setzen und so hoch es geht hin und her schwingen? Sie konnte sich doch nicht dazu aufraffen und blieb stattdessen auf der Bank sitzen, während ihre Gedanken wieder zurück zum Nachmittag wanderten.

Dort bekam allerdings die Freude einen jähen Dämpfer, als sie sah, wie ihr Chef auch Ursula ebenso übertrieben beglückwünschte wie sie vorher und sie ebenfalls im Schwesternteam willkommen hiess, obwohl ihre Kollegin die Abschlussprüfung gerade so mit Ach und Krach bestanden hatte. Dabei zwinkerte er ihr zu und tätschelte auch sie vertraulich, diesmal jedoch nicht väterlich, während er meinte „wir können unseren Patienten und Ärzten einen so schönen Anblick nicht vorenthalten“. Er nahm zwei Gläser Sekt von der Theke, gab eines Ursula und prostete ihr mit dem zweiten zu, „auf eine gute Zusammenarbeit Schwester Ursula“. Irritiert stellte Judith fest, dass er gar nicht auf die Idee kam, ihr auch ein Glas Sekt anzubieten, obwohl sie direkt hinter Ursula stand.

Judith war schlank und zierlich, aber mit Mode hatte sie nichts am Hut. Sie kleidete sich gerne bequem, meist in dunklen oder pastellfarbenen Twinsets, Blusen mit Rock, oder Stoffhosen. „Möglichst nicht auffallen“ war ihr Leitspruch. Ihre dunkelblonden feinen Haare hatte sie kurz oberhalb der Schultern geschnitten und sie umrahmten in weichen Wellen ihr längliches Gesicht. Die hellblauen Augen schauten meist sanft, aber offen und intelligent. Die Nase war etwas zu lang geraten und dadurch kam der schön geschwungene Mund gar nicht zur Geltung. Sie fiel also schon von ihrem Äusseren her nicht auf. Ihr Charakter, geformt durch eine behütete und beschützte Kindheit, liess sie zudem zu einem introvertierten Menschen heranwachsen.

Ursula war genau das Gegenteil von Judith. Sie sah gut aus, war charmant und schlagfertig, ihre langen blonden Locken fielen ihr wild und unbändig über die Schultern. Im Spital band sie ihre Haare meist zu einem dezenten Pferdeschwanz oder einem Zopf. Trotzdem blitzte und sprühte der Schalk aus ihren grün-blauen Augen, - dazu ihr Schmollmund – die Männer verstanden die Botschaft. Ursula war einfach der Liebling der ganzen Klinik und niemand konnte ihr böse sein. Diesen Umstand nützte sie häufig hemmungslos aus, ungeliebte Arbeiten überliess sie lieber ihren Kolleginnen. Nicht selten hörte man sie mit einschmeichelnder Stimme betteln „Judith Schatz, bitte sei so lieb, übernimmst du das für mich, ich muss schnell ins Labor rüber“. Judith war für solche Mätzchen ein dankbares Opfer. Wenn Ursula etwas wollte, behandelte sie ihre Arbeitskollegin wie eine Freundin. Bei der erst besten Gelegenheit machte sie sich aber ohne Gewissensbisse lustig über sie. Sogar an der Diplomfeier stahl ihr Ursula die Show, schliesslich war Judith froh, als die Veranstaltung zu Ende ging.

Eine Horde Kinder stürmte auf den Spielplatz und rissen Judith aus ihren Gedanken. Nullkommaplötzlich waren Schaukeln und Rutsche besetzt, ein paar Jungs fingen an Fussball zu spielen. Sie nahm sorgfältig ihre Sonnenblumen, klemmte das Diplom unter den Arm und machte sich auf den Weg zu ihrem Elternhaus. Bestimmt wartete ihre Familie schon neugierig auf sie. 

Zu Hause angekommen, legte sie voller Stolz das kostbare Dokument auf den Tisch zusammen mit ihrem fantastischen Notenausweis. „Ich bin Dritte geworden“ verkündete sie freudestrahlend. Auch ihre Eltern freuten sich und gratulierten ihr zu ihrem Erfolg. Sogar ihr Vater in seiner stillen Art, streichelte ihr liebevoll die Wange und sagte „mein Mädchen, ich habe es immer gewusst, du schaffst es ganz nach vorne“ während die Mutter es sich nicht verkneifen konnte: „Dritte, wie viel hätte dir zum ersten Rang gefehlt?“ „Ach, zwei Zehntel, glaube ich“, „das ist ja fast nichts“ vollendete ihr Vater den Satz. Er schlug die zwei Zehntel mit einem Handwisch weg, für ihn war sie sowieso die Beste, während ihre Mutter unzufrieden nörgelte, „zwei Zehntel, Du hättest dich wirklich noch etwas anstrengen können, was glaubst du, wie sich das in deinem Berufsleben gut dargestellt hätte. Mit einem Spitzenresultat würden dir ganz andere Möglichkeiten offen stehen“.

„Ich habe, was ich will“ entgegnete Judith, „schliesslich hat man mir bereits eine Stelle in unserem Klinikum als Krankenschwester angeboten“.

Leicht ärgerlich legte sie ihre Jacke ab und goss sich aus der Kanne auf dem Tisch ein Glas Tee ein. Typisch wieder einmal ihre Mutter, nie war sie mit etwas zufrieden. Immer könnte, sollte oder müsste man noch mehr, noch besser sein, nie freute sie sich über das Erreichte, schon gar nicht bei ihrer

Tochter. „Mach was aus dir, oder willst du enden wie ich?  Bei mir ist  der Krieg dazwischen gekommen, aber du, du hast alle Möglichkeiten, nutze sie“. Solche Sprüche hörte Judith, seit sie denken konnte.

Ganz anders ihr Vater, was immer Judith machte, er war einfach stolz auf sein einziges Kind und liebte sie abgöttisch. Als sie geboren wurde, war er einundvierzig und ihre Mutter neununddreissig Jahre alt. Ihre Eltern waren zum Zeitpunkt ihrer Geburt bereits zehn Jahre verheiratet. In dieser Zeit lebten sie jedoch die meiste Zeit getrennt voneinander. Ihr Vater war im Krieg Soldat und später in russischer Gefangenschaft. Oft klagte ihre Mutter, ihr Vater hätte im Krieg sein Bein und in der Gefangenschaft seine Lebensfreude verloren. Dieser Umstand machte ihren Eltern in ihrer Beziehung schwer zu schaffen, wobei Judith überzeugt war, dass sich ihr Vater mit seinem Schicksal versöhnt hatte und letztendlich dankbar war, dass er eine Invalidenrente bekam, die es ihm erlaubte, nur Teilzeit als Buchhalter zu arbeiten. So konnte er sich in seiner Freizeit leidenschaftlich seinem geliebten Garten widmen.

Ihre Mutter hingegen hatte sich an der Seite des viel versprechenden jungen Mannes, den er einmal war, eine ganz andere Zukunft vorgestellt. Doch davon blieb nichts übrig – im Gegenteil. Zurück aus der Gefangenschaft kam ein kriegsversehrter und schwer traumatisierter Mann, der sich erst allmählich wieder erholte. Sie harrte nur an seiner Seite aus, weil sie tiefgläubig überzeugt war, dass ihr vom lieben Gott persönlich diese Last auf den Rücken gebunden wurde. Immerhin, die Rente ihres Mannes, sein Verdienst und ihr eigener Lohn, den sie als Verkäuferin in der Quartierbäckerei verdiente, liess die Familie finanziell ein sorgenfreies Leben führen.

Einig waren sich ihre Eltern nur in einem Punkt und das war die tiefe Dankbarkeit, die sie erfüllte, als sie Eltern einer Tochter wurden. Beide waren sehr bemüht, Judith eine wohlbehütete Kindheit zu bieten und sie vor allen negativen Einflüssen zu schützen. Nur, zufriedener wurde ihre Mutter trotzdem nicht. Je älter sie wurde umso verbitterter wurde der Zug um ihren Mund. So konnte sie sich auch jetzt nicht einfach uneingeschränkt für Judith freuen.

„Du bist wie dein Vater. Kein Ehrgeiz. Zufrieden in der zweiten Reihe zu stehen, anstatt sich nach vorne zu schieben“. Dann kam sie erst richtig in Fahrt: „Sag mal, was machst du, wenn das Schicksal zuschlägt wie bei deinem Vater? Knall auf Fall passiert es und du stehst am Abgrund. Dann rappelst du dich mühsam wieder hoch. Aber wenn du schon mal an der Spitze warst, reicht man dir die Hand zum Aufstehen.“ Ihre Mutter keifte weiter, Judith packte gelassen ihre Sachen zusammen und verschwand in ihrem Zimmer. Nie liess sie eine Gelegenheit aus, um ihrem Vater einen Seitenhieb zu geben und damit gleich in einem Rundumschlag klar zu machen, dass sie beide in ihren Augen Versager waren.

Diese Attacken überdeckten die stille Freude ihres Vaters und den Stolz den er auf seine Tochter hatte. Auch das goldene Halskettchen mit ihrem Sternzeichen als Anhänger, das er ihr am anderen Morgen voller Freude neben ihr Frühstücksgedeck legte, konnte den bitteren Beigeschmack von Mutters Seitenhieben nicht ganz verdrängen.

Kapitel 6

Judith bricht auf

Fünf Jahre arbeitete Judith bereits im Luisenkrankenhaus als die Stationsleiterin sie eines Abends noch kurz in ihr Büro bat. Schwester Annemarie geschäftig und direkt wie immer, hielt sich nicht mit langen Vorreden auf und kam gleich zur Sache: „Meine Liebe, Sie wissen, ich gehe in einem halben Jahr in Rente, wollen Sie sich nicht als meine Nachfolgerin bewerben?“ Dabei lächelte sie ihrem Schützling aufmunternd zu. Judith starrte sie sprachlos an, so etwas hatte sie in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet! Natürlich diskutierten sie und ihre Kollegen schon längere Zeit, wer wohl neu die Stationsleitung übernehmen würde. Und jetzt schlug ihre Chefin ausgerechnet sie für dieses Amt vor. Schwester Annemarie traute ihr eine solche Verantwortung nicht nur zu, sondern sie hielt sie offensichtlich auch für am besten geeignet, sonst hätte sie ihr eine Bewerbung bestimmt nicht vorgeschlagen. Judith freute sich sehr. Sie selber wäre nie auf eine solche Idee gekommen, denn sie war überzeugt, sie sei noch viel zu jung für eine solche Beförderung. Das fand jedoch ihre Vorgesetzte nicht und sie unterbrach Judith, als diese ihre Einwände vorbrachte: „Papperlapapp, Sie können das, fachlich sind Sie sehr gut. Vielleicht fehlt Ihnen noch etwas Führungskompetenz, aber meine Liebe, das kann man alles lernen. Aber ob Sie wollen oder nicht, entscheiden schlussendlich Sie allein. Überlegen Sie sich die Sache, die Stelle wird in den nächsten Tagen öffentlich ausgeschrieben. Wenn Sie sich bewerben möchten, sagen Sie es mir, ich werde Ihre Kandidatur beim Direktorium unterstützen – nur müssen Sie wissen, die Entscheidung wer meine Nachfolgerin wird, liegt selbstverständlich nicht bei mir.“ In den folgenden Tagen überlegte Judith hin und her: „Soll ich es wagen? Kann ich das wirklich? Ach, man nimmt mich bestimmt nicht – ich bin viel zu jung und überhaupt…..Aber wenn Schwester Annemarie mich doch vorschlägt?“ Schliesslich beendete sie ihr qualvolles Auf und Ab, nahm all ihren Mut zusammen und bewarb sich offiziell für die Stelle der Stationsleiterin.

Dann, nach ein paar Wochen kam der Entscheid.

Eine herbe Enttäuschung.

Ihr mühsam aufgebautes Selbstvertrauen fiel in sich zusammen, wie brennendes Seidenpapier. Wenn wenigstens eine auswärtige Kandidatin das Rennen gemacht hätte! Aber nein, ausgerechnet ihre Kollegin Ursula. Wie die eine Station leiten soll - unbegreiflich.

Von einer Karriere wollte sie von nun an nichts mehr wissen. Aber sie überlegte ernsthaft, ob sie sich nicht nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen sollte. Zuerst spielte sie nur mit dieser Idee, doch nach und nach gelangte sie zur Überzeugung, jetzt war die Zeit dafür genau richtig. Mit dem Wunsch nach Veränderung kam auch die Lust auf eigenen Füssen zu stehen. Sie träumte von einer eigenen, kleinen Wohnung. In Gedanken beschäftigte sie sich immer mehr damit, wie sie diese mit hellen, modernen Möbeln einrichten würde. Ein weisses Schlafzimmer, mit einem richtig breiten Bett, Fixleintuch und einer überdimensionierten, nordischen Decke, alles bezogen mit einer luftig weichen Bettwäsche, – herrlich! Bis jetzt schlief sie immer noch in einem schmalen Mädchenbett, zwischen von ihrer Mutter steif gebügelten Laken. Wenn sie unterwegs in der Stadt war, zog es sie nun fast magisch in Einrichtungshäuser. In der Vorhangabteilung strich sie sehnsüchtig über zarte Gardinenstoffe, oder drehte beim Geschirr rustikal gemalte Tassen und Teller hin und her, die gerade en vogue waren. Bis vor wenigen Wochen hätte sie es für unwahrscheinlich gehalten, dass sie aus ihrem Elternhaus auszuziehen möchte, wo sie immer noch das gleiche Zimmer bewohnte, wie schon als kleines  Mädchen. Das heisst aber auch, dass sie aus ihrer Heimatstadt wegziehen musste. Weiter in Stuttgart arbeiten, aber eine eigene Wohnung suchen, dafür hätten ihre Eltern überhaupt kein Verständnis. Allein der Gedanke an die ermüdenden Diskussionen, die ein solcher Vorschlag auslösen würde, liess sie  schwindlig werden und sie strich solche Ideen nullkommaplötzlich.

Für ihre Eltern war es immer klar, Judith würde zu Hause wohnen bleiben, bis sie einen netten Mann kennen lernen und dann heiraten würde. Für diesen Fall hatten sie bereits vorgesorgt. Schon vor Jahren, kauften sie eine Wohnung im nachbarlichen Mehrfamilienhaus und vermieteten diese, bis Judith mit einem Ehemann dort einziehen und eine eigene Familie gründen würde. Sie war jetzt bald achtundzwanzig und ihre Mutter fing schon an mit eindeutigen Bemerkungen, wie „Ich hoffe schon, dass ich noch Oma werde.“

Doch es klappte nicht mit dem anderen Geschlecht. Nicht dass sie keinen Mann wollte, im Gegenteil – aber sie war einfach zu schüchtern. Ihr Leben verlief viel zu spartanisch und strukturiert für eine junge Frau. Beherrscht wurde es von ihrem unregelmässigen Arbeitsplan, eine ständig wiederkehrende Freizeitaktivität hatte dabei kaum Platz. Wenn die Schichtpläne es zuliessen, traf sie sich mit ihrer Freundin Inge, die ebenfalls Krankenschwester war, zu ihrem Mädel-Abend der oft in einem Kino endete. Ansonsten verbrachte sie ihre Freizeit meist zu Hause bei ihren Eltern. Gerade letzte Woche war es, als sie nach einem Stadtbummel auf den Bus wartete, da lud ein junger Mann sie auf ein Glas Wein ein. „Kommen Sie, es dauert noch fast eine halbe Stunde bis der Bus kommt und in der Bar gegenüber ist es doch sicher gemütlicher und vor allem wärmer“, versuchte er sie zu überreden. Obwohl Judith diesen Mann vom Sehen kannte, errötete sie bis unter die Haarwurzeln und stotterte „nein danke“, dabei drehte sie den Kopf demonstrativ auf die andere Seite und rutschte an das andere Ende der Bank in der Busstation. Der Mann murmelte ein „ja, dann halt nicht“ und trollte sich in die Bar, wo er zwanzig Minuten später wieder heraus kam. Es fuchste sie etwas, denn sie hatte mittlerweile richtig kalt, während der Mann locker mit offener Jacke hinter ihr in den Bus stieg, ohne sie überhaupt nochmals zu beachten. Es war wie immer, bis  jetzt war sie keinem so interessant vorgekommen, dass er diese Hürden ihrer Unsicherheit überwunden hätte. Judith konnte sich ihrerseits auch nicht dazu durchringen, etwas gegen ihre Schüchternheit zu unternehmen, also geschah immer das Gleiche in Sachen Männer – nämlich Nichts.

Doch ihr Entschluss war gefasst. Sie würde Stuttgart und ihr Elternhaus verlassen, es war Zeit, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Heute Abend wollte sie ihre Freundin Inge in ihre Pläne einweihen und mit ihr besprechen, wie sie am besten vorgehen sollte. Die beiden trafen sich bei dem Italiener in der Stadt, wo sie sich meistens verabredeten, wenn sie miteinander ausgingen. Während sie auf ihre Pizza warteten, erzählte Judith ihrer Freundin von ihren Plänen. Gespannt blickte sie Inge an, ihre lachenden Augen sagten ihr bereits, was sie dazu meinte: „Da gratuliere ich dir. Das ist das Beste, was Du tun kannst. Ich befürchtete schon, du wolltest unter Ursula weiter arbeiten und dich ein Leben lang von ihr herum kommandieren lassen. Pass auf, es kommt noch besser“ schmunzelte sie, und fuhr geheimnisvoll lächelnd weiter „Vielleicht weiss ich sogar etwas für dich, aber lass uns erst die Margheritas essen, bevor sie kalt werden.“ Die beiden Frauen stürzten sich hungrig auf ihr Essen. Inge liess sich erst überreden fort zu fahren, als sie vor einem dampfenden Espresso sassen. „Ich habe dir ja von Paul erzählt. Nun lebt mein Schatz leider fast zweihundert Kilometer von hier, nahe der Schweizergrenze. Viel zu weit weg, um sich unter der Woche zu treffen. Deshalb suchte ich eine Stelle in seiner Nähe. Eine Kollegin von mir arbeitet in Zürich in einem grossen Krankenhaus, die hat mir richtig vorgeschwärmt, wie toll dort die Arbeitsbedingungen seien. Also wollte ich mich bewerben, aber letztes Wochenende erzählte mir Paul voller Freude, dass er sich wegen mir intern nach Stuttgart versetzen konnte, da gehe ich natürlich jetzt nicht weg. Obwohl, die Bedingungen wirklich gut sind und es hätte mich schon gereizt, von unserem alten „Luisle“ weg zu gehen. Aber vielleicht musste es so sein, denn für dich ist es genau das Richtige. Schicke deine Unterlagen, ich gebe dir die Adresse.“

„Ins Ausland gehen, nein, daran habe ich eigentlich nicht gedacht“, zögerte Judith. Doch ihre Freundin wischte diesen Einwand rigoros vom Tisch: „Warum denn nicht? Bewerbe dich doch einfach mal, deutsch reden sie dort auch und mehr als nein sagen werden sie nicht“. Inge brauchte noch etliche Argumente, bis ihr Gegenüber endlich überzeugt war. Auf dem Heimweg ging sie schliesslich mit ihrer Freundin nach Hause  und holte sich das Bewerbungsformular ab.

Endlich, nach ungeduldigem Warten kam nach zehn Tagen die Antwort. Sie wurde eingeladen, sich persönlich vorzustellen. Nervös und ängstlich reiste sie zum ersten Mal mit dem Zug in die Schweiz. Unterwegs überlegte sie mehrmals, ob das ganze Vorhaben nicht eine Schnapsidee war, die sie lieber bleiben lassen sollte. Eigentlich könnte sie in Zürich gleich wieder in den nächsten Zug nach Stuttgart steigen, das Ganze vergessen und im Luisenkrankenhaus weiter arbeiten. Letztendlich tat sie es nur nicht, weil eine telefonische Absage in einem fremden Land mit fremdem Geld, viel zu kompliziert für sie gewesen wäre und einfach fern bleiben, das war nicht Judiths Stil. Im Hauptbahnhof angekommen, machte sie sich mit dem Stadtplan in der Hand auf den Weg zur Tramstation. Sie fand sofort die richtige Tramlinie und kam rechtzeitig zum Vorstellen im Spital an. Nach dem Gespräch im Personalbüro wurde sie zum Probearbeiten auf die Station geschickt. Erst dort verflog ihre Nervosität, denn da war sie in ihrem Element und auf vertrautem Terrain. Prompt bekam sie beim Abschlussgespräch sofort die Zusage für ihren zukünftigen Arbeitsplatz. Überglücklich unterschrieb sie ohne zu zögern ihren neuen Anstellungsvertrag.

Jetzt erst war sie locker genug, um sich neugierig ihre neue Heimat anzuschauen und Zürich zeigte sich von seiner schönsten Seite. Da sie noch Zeit hatte bis zur Abfahrt des Zuges, fuhr sie mit dem Tram zum See und schlenderte über die Brücke zur Uferpromenade. Dort holte sie vom Kiosk ein Mineralwasser, setzte sie sich auf die Stufen und liess sich von der strahlenden Sonne willkommen heissen. Die noch schneebedeckten Berge am Horizont, der tiefblaue Himmel und die grossen und kleinen Schiffe auf dem Wasser genügten - Judith verliebte sich sofort in diese Stadt. Das gab ihr auch die nötige Entschlossenheit, ihre Eltern von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Sie wich auch nicht von ihren Plänen ab, als ihre Mutter versuchte sie zurück zu halten, indem sie ihr die wildesten Szenarien an Schrecklichem ausmalte.   

In Zürich fühlte sie sich vom ersten Moment an richtig wohl. Am Anfang lebte sie noch im Schwesternwohnheim, bis sie eine eigene Wohnung fand, bei der alles klein war, ausser der Miete. Dafür verdiente sie aber auch wesentlich mehr als an ihrem früheren Arbeitsplatz und die Arbeit gefiel ihr sehr gut. Nun konnte sie auch ihre Einrichtungsträume verwirklichen. An ihren freien Tagen kaufte sie sich Möbel, nähte Gardinen, richtete die Küche ein und bepflanzte ein Kistchen mit Geranien auf dem winzigen Balkon. Jetzt war sie zum ersten Mal in ihrem Leben auf sich selbst gestellt und konnte tun und lassen was sie wollte. Von ihren Eltern war sie weit weg, welche sie auch als erwachsene Frau immer noch behüteten und für sie sorgten.


4  Kommentare

  • Jeannette G.
    14.05.2017 16:43 Uhr

    Liebe Verena

    Es geht weiter! 

    Mit Freude habe ich gesehen, dass vom Roman die nächsten drei Kapitel aufgeschaltet sind! Ich habe sofort die Fortsetzung gelesen und bin nun echt schon wieder gespannt, wie es weiter geht. Die Frauenfiguren gefallen mir sehr und ich freue mich auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüsse

    Jeannette G.  

  • Sarah V.
    02.09.2017 12:28 Uhr

    Hallo liebe Autorin,

    ich will ja nicht stürmen, doch nun sind ja auch die Ferien vorbei und eigentlich möchte ich gerne weiterlesen!

    Wann folgt die Fortsetzung, die drei Frauen haben es mir angetan und ich möchte schon wissen, wie es weitergeht.

    Liebe, ungeduldige Grüsse

    Sarah

  • Verena Lüthi
    03.09.2017 10:39 Uhr

    Liebe Sarah, liebe Alle die mich auch sonst noch persönlich, telefonisch oder per Mail darauf hingewiesen haben, dass es jetzt schon langsam Zeit wird für die Fortsetzung: Herzlichen Dank für Euer Feedback. Die Botschaft ist angekommen und bald ist es so weit! Die Ferien sind vorbei, Ideen, die an einem wunderschönen Meeresstrand geboren wurden, haben nun nach meiner Rückkehr den Weg in den Computer gefunden - wegen der  Sommerhitze, zwar verlangsamt, das muss ich zugeben -, aber immerhin nun ist fast alles bereit. Ich denke dass die nächsten drei Kapitel bis Mitte September aufgeschaltet sein werden. Bin jetzt schon gespannt auf eure Kommentare. 

    Herzliche Grüsse

    Verena 

  • 20.10.2017 14:25 Uhr

    Liebe Verena

    Endlich bin ich dazu gekommen, diese drei Kapitel zu lesen. Du schaffst es, einen zu fesseln und das Kopfkino laufen zu lassen. Es zieht einem voll in die Geschichte hinein und deine Figuren sind schön gezeichnet und wirken echt.

    Und es könnte nicht schaden, den ganzen Text noch einmal zu überarbeiten auf stilistische Feinheiten, wie Wortwiederholungen, Dialektwendungen, Adjektive (sich für eines entscheiden), Füllwörter streichen. Es sind keine grossen Sachen, aber es könnte den Text noch runder machen.

    Ich freue mich auf die Fortsetzung.

    liebe Grüsse

    Benita

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